Ligastart AFL 2011

Die Liga startet in ihr nächstes Jahr und es gibt viele alte Bekannte: Spieler ebenso wie Zustände. Zudem ist 2011 so sehr von der WM gekennzeichnet, dass in der “Jetzt gehts los!” Presseaussendung des Verbandes von 5 Topics gleich die ersten 2,5 – 3 weniger mit der AFL sondern vielmehr der WM zu tun haben. Weil es nicht nur Arbeit spart, sondern auch gute Überschriften sind hängen wir uns an und geben unseren Senf dazu.

Austrian Bowl im Wiener Prater Für die einen ein kaltes Betonoval im kuscheligen 30er-Jahrestil mit aufgesetztem Magistratsspeckring und 50865 Sitzplätzen, für die anderen das größte Stadion Österreichs, ein Olymp, den man als Sportart erst besteigen darf, wenn man das sportliche Amöbenstadion verlassen hat.

Diese Wahl der Austragung durch den AFBÖ ist mutig und vorausschauend zugleich. Natürlich will man vor der Heim WM einmal probiert haben, wie alles im Happelstadion funktioniert. Es wäre schon etwas peinlich erst bei der WM auf ein zentrales Manko zu stoßen. Mutig ist es natürlich aufgrund der schieren Größe. 3.000 Fans – die in jedem anderen Stadion mit einem Lächeln als 5.000 zu verkaufen sind – sehen in der Betonwüste wahrscheinlich eher wie 300 aus.

Nicht auszudenken wie anders die ganze Sache aussähe hätte man die Saison – wie vom AFBÖ und einzelnen Vereinen vorgeschlagen -verlängert und würde den Schwung aus der WM-Vermarktung mitnehmen. Dann wäre das Risiko wesentlich geringer und man hätte beweisen, dass auch die AFL mehr bewegt, als die meisten anderen Ballsportarten in Österreich. So endet mit der WM für neu gewonnene Fans die Möglichkeit (Erwachsenen-) Football Live zu sehen für rund 8 Monate.

Dreijahres-Paket mit dem ORF

Kommen wir zu den erfreulicheren Effekten der Football WM. Nachdem der ORF im letzten Jahr die Berichterstattung auf ein Niveau heruntergeschraubt hat, dass knapp an Hufeisenweitwurf und Kampfsticken war, wendet sich nun das Blatt. Während der ORF Sport insbesondere in seiner Redaktion immer Football geneigt war, scheint auf dem Rücken der Sportart der eine oder andere interne Machtkampf rund um Hr. Oberhauser (Ex-Informations-Chef) ausgetragen worden zu sein. Mit dem Abschied von Oberhauser scheint hier jetzt mehr Ruhe und Besonnenheit zu herrschen. Nicht, dass Football auch nur annähernd wichtig genug gewesen wäre, dass der Informationschef es überhaupt bemerkt. Football war reiner Kollateralschaden, getroffen hat es trotzdem.

Der zweite ORF Schauplatz ist der durch politische Ränkespiele wundervoll verkomplizierte Tanz um die neuen Sender, von denen einer ORF Sport Plus beheimaten soll. Dank eines entsprechenden Gesetzes darf dort nicht alles gezeigt werden, sondern es muss ein Programm mit starkem Österreich Bezug und einem Schwerpunkt auf “Randsportarten” sein. Der ORF will hier eine 24h Sportschiene fahren, die erst einmal gefüllt werden muss. Neben Archivmaterial wird es laufende Sportproduktionen im Ausmaß von 10-18 Stunden pro Woche dafür geben müssen. Wer die Zahlen kennt, weiß, dass es hier nicht sehr viele Rohdiamanten gibt. Sieht man sich Volleyball, Tischtennis & Co an, dann stellt man schnell fest, dass deren Hallen leer sind und kann sich vorstellen, wie es mit den Fernseh-Zuschauerzahlen so steht. Da diese leider nicht veröffentlicht werden, ist man natürlich  auf Vermutungen angewiesen.

Die WM hat dazu geführt, dass der ORF erstmals einen Mehrjahresvertrag unterschrieben hat, in dem er neben einer fixen Anzahl von Spielen auch den Übertragungsstandard festgeschrieben hat, der sich deutlich über dem bisherigen Niveau befindet. Das könnte der erste Schritt sein, der mittelfristig dazu führt, dass Football auf dem neuen Sportsender einen deutlichen Fußabdruck hinterlässt. Football könnte einer dieser Rohdiamanten sein, der ein zentrales Element des neuen Senders wird.

Meister Dragons mit Austro-Quarterback

Mehrjahrespläne sind wichtig und die Tatsache, dass wir diese Saison bereits 2 österreichische Quarterbacks sehen werden, ist ebenso bemerkenswert, wie erfreulich. Es zeigt, dass der österreichische Football eine Reifegrad erreicht hat, der uns einen eigenen Weg ermöglicht. Applaus an die Dragons!

Die Kehrseite der Medaille ist aber ebenso klar. Titelverteidigungen sind schon sehr schwer, wenn man mit dem gleichen Team antritt. Mit einem Team, dass – zunächst – einen im Vergleich zu den Import QBs durchschnittlichen Quarterback gewinnt und gleichzeitig einen Spitzenreceiver verliert, ist der Weg zum Erfolg wahrscheinlich ein langer. Die Vikings haben im Jahr 1 von Gross unfassbares Glück gehabt und den Meistertitel erstolpert. Der Blitz schlägt aber laut Bauernweisheit nicht zweimal an der selben Stelle ein.

Karl Wurms “Austrian Way”, der mit Christoph Gross als QB begonnen hat, steht derzeit natürlich auch immer wieder in der Kritik. Tatsächlich hat er aber wieder einmal punktgenau einen Bewegung gestartet, die vielleicht noch nicht heute, aber zumindest morgen den Grundstein für einen noch stärkeren Football in Österreich setzt. Dass er neben dem Einsatz eines Ö-QB noch nicht auf andere Imports verzichtet ist klar. Auch die Vikings brauchen ihre Erfolge um ihre Maschine am laufen zu halten. Jeder der hier schnell mehr erwartet tut das aus einer hoffnunglosen Überschätzung des österreichischen Talentepools oder weil er noch nicht genug davon hat Violett nicht ganz oben zu sehen.

Sensationstransfer bei den Vikings

Die NFL zieht. Wenn man sich den kleinen Medienwirbel um den Mann von den Eagles ansieht, dann ist das schon überraschend, was ein Name alles ausmacht. Die meisten Schreiber und Leser dieser Geschichten wissen nicht genau wo die Eagles spielen und ob man für die ganze Sache einen “American Football Schläger” braucht oder nicht, aber die US-Profis plus NFL müssen ja einfach gut sein. Oder?

Tony Hunt ist jedenfalls eine erfrischende Persönlichkeit. Freundlich, immer lächelnd wiederholt er jedem, der es wissen will, wie toll die Stadt, das Team, Österreich und das ganze Rundherum so ist. Er freut sich ehrlich darüber wieder auf dem Feld zu sein und wenn er gesund bleibt und keinen Anruf als Streikbrecher bekommt, dann werden die Vikings neben einem kleinen Medienboom auch auf dem Feld einen weiteren “Difference Maker” (Copyright Karl Wurm) stehen haben.

Tabellenschlusslicht Bulls optimistisch

Tja, diese Zeile hat die Zeit eingeholt. Die Bulls stecken fest. Sportlich, organisatorisch und im Coaching ist ihr Pulsschlag nur mehr mit der Lupe zu verfolgen. Gute Absichten sind einfach zu wenig. Entweder man entscheidet sich einen neuen Ansatz zu suchen und trennt sich von (liebgewordenen) Gewohnheiten, Organisatoren und Coaches oder es wird sich hier auch in Zukunft keine Besserung ergeben. Die immer gleichen Zutaten ermöglichen keinen Wechsel vom Schinken-Käse-Toast zu einem T-Bone Steak.

Das ist weder lustig noch leicht. Der Patient könnte bei dieser Neuausrichtung auch sterben. Nur ohne Transplantation wird er das auch so. Aber vielleicht erleben wir ja noch einen Turn Around und alles wird gut. Hoffen kann man das ja.

Starke Schätzung

Das Jahr der Football WM ist nicht das einzige “Großereignis”. Von 10.-18. September findet die Volleyball EM in Österreich statt. Vergleiche hinken immer, hier drängen sie sich aber wirklich auf. Ein Kommentar ohne Lösungsvorschlag.

“Ich bin überzeugt, dass wir auch 10.000 Leute in die Wiener Stadthalle bringen”, sagt Peter Kleinmann. Der Präsident des Österreichischen Verbandes ÖVV ist hier, um die Herren-EM im September 2010 in Wien, Innsbruck, Prag und Karlsbad (Tschechien) zu bewerben. Ein Jahr ist noch Zeit, ein Jahr hoffen – und hart arbeiten.”

Die Parallelen zu Football sind nicht zu übersehen. Wäre der Ball nicht rund, könnte man glauben, dass diese Worte aus dem AFBÖ kommen.

LittleSnapper

Das Motto der Volleyball EM ist “Volleyball. Stark. Unterschätzt.” Kein schlechter Slogan, der vielleicht zum darüber grübeln anregt.

Vielleicht wollen dann alle einmal die “Unterschätzten” sehen. Wobei Unterschätzen ja normalerweise mit einer positiven Überraschung in Verbindung gebracht wird. Also will man anscheinend in die Europäische Spitze. Mittelmaß ist ja per Definition nicht unterschätzbar. Sieht man sich die internationalen Erfolge der österreichischen Volleyball Teams an, dann wird das eine harte Nuss.

Football ist hier schon einen Schritt weiter und ist definitiv in der Europäischen Spitze zu finden. Ein wesentlicher Unterschied ist dabei aber  sicher, dass dieser Sport in einigen Europäischen Ländern tatsächlich ernst genommen wird. Bei Football muss man ja ehrlicherweise zugeben, dass Österreich ein besonders guter Boden ist und alle anderen ordentlich strampeln müssen um überhaupt wahrgenommen zu werden. Deutschland ist noch sportlich ernstzunehmen, alle anderen Nationen warten noch auf ihren Zündfunken.

Aber auch bei der Liga kommt einem manches bekannt vor:

“Trotzdem gibt es viel zu tun bis zum 10. September 2011. Die Werbekampagnen laufen, aber Österreich hat Standortnachteile: Es fehlt nicht nur an ein traditionell starkes Nationalteam. Der Sport kämpft um sein Standing.

Nur vier der in Österreich bespielten Hallen haben die internationale Mindesthöhe von neun Metern, wegen des enormen Leistungsgefälles in der Liga ist der Modus der Meisterschaft – wie bei der WM – eine Kopfgeburt. Die Top-Teams spielen den Gutteil der Saison in der Mitteleuropaliga und stoßen erst für die Play-offs zu den anderen österreichischen Teams.”

Volleyball und Football haben auch hier viele Gemeinsamkeiten. In den sportlichen Punkten scheint Football die Oberhand zu haben, ebenso haben die Topteams ein Mehrfaches an Zusehern (allerdings bei dramatisch weniger Spielen).

Der größte Unterschied liegt im Geld und der Selbstdarstellung. Da ist Volleyball meilenweit voran. Die Hotvolleys haben angeblich ein Jahresbudget um die 2,5 Mio EUR, was locker das 2,5 fache der Topteams im Football ist.

Football mag in einigen Dingen tatsächlich weiter sein, bei der Vermarktung kann man sich aber ein Stück bei den Volleyballern abschauen. Gelingt es nicht hier etwas zu ändern, dann können wir ein neues Motto für die WM ausgeben: “Football. Noch Stärker. Noch Unterschätzter.”

 

Quelle Kurier, Dominik Sinnreich: Siehe http://kurier.at/sport/2040253.php

 

Ligasitzung 2011 – AFL & DIV I

Im allgemeinen Teil der Ligasitzung werden diverse Anträge gestellt und vom Plenum abgestimmt. Wirkliche Aufreger sind heuer nicht dabei. Zu den Neurungen gehören:

  • 40 Sekunden Uhr wird eingeführt
  • Absagegründe für Spiele werden auf Platzbespielbarkeit eingeschränkt. Eine zu geringe Anzahl von Spielern gilt nicht mehr als Absagegrund, sondern wird mit 35:0 gegen das Team mit der zu geringen Spieleranzahl in die Wertung genommen.
  • Das Wechselfenster wird um 2 Wochen ausgedehnt um die Administration zu vereinfachen.
  • Ein echter Klassiker aller Sitzungen – die Handschuhfabe – wird zum gefühlten millionsten Mal abgestimmt und gestrichen.

AFL: Die Invaders werden 2011 auf ihre Sonderregelung zur A-Klasse verzichten und dürfen mit 4/2 A-Klasse-Spielern antreten.

Der Spielplan der AFL wird auf die einzelnen Wochenenden fixiert.

DIV I: Teilnehmen werden

  • Rangers,
  • Steelsharks,
  • Red Lions,
  • Knights,
  • Raiders II,
  • Vikings II

Einige Teams der DIV I haben dabei angekündigt auch das Relegationsspiel zur AFL anzustreben. In 2012 ist die Spezialsituation mit der WM vorbei und alle “normalen” Regeln treten wieder in Kraft. Beide Finalteilnehmer haben grundsätzlich das Recht den letzten der AFL zu fordern, wobei der Sieger der Silverbowl zuerst sagen darf, ob er dieses Recht wahrnimmt und der Vizemeister der DIV I nur dann zum Zug kommt, wenn der Sieger auf sein Relegationsspiel verzichtet.

Servus Christopher!

Der wichtigste Mann hinter AFL Crush macht den mutigen Schritt aus der (sicheren?) Karriere-Sackgasse ORF hin zum Privatfernsehen. Dabei nimmt er auch die Kronjuwelen in der Form von Martin Pfanner auch gleich mit. Er hinterlässt damit eine große Lücke in der Footballberichterstattung des ORF, die erst einmal geschlossen werden muss. Dies ist auch bei der WM nächstes Jahr ein interessanter Faktor, hat der ORF dabei doch bereits Interesse signalisiert. Natürlich gibt es auch andere Redakteure aber Christopher hinterlässt eine reichlich hoch liegende Latte.
Bei der launigen Abschiedsfeier von Christopher D. Ryan war jedenfalls ein Großteil des ORF-Sports anwesend. Bezeichnenderweise wurden ihm unter anderem leere Ordner geschenkt. Christophers Vorbereitung auf seine Sendungen war für Umfang und Akribie bekannt und gefürchtet. Das haben wir genauso kennen und sehr schätzen gelernt. Kaum ein Detail an einer Produktion, das nicht kritisch hinterleuchtet wurde. Das gesamte Team und das Produkt haben davon sehr profitiert und wir bedauern seinen Weggang aus Footballsicht zunächst einmal sehr.
CDR wird bei Servus TV die Icehockey Berichterstattung aufbauen, was dem bekennenden NFL Fan, der auch einmal auf drei Screens 3 Spiele simultan verfolgt, etwas schmerzt, da Sonntag damit ein fixer Arbeitstag wird.
Natürlich darf man als Footballfan hoffen, dass Christopher – der bei seiner Verabschiedung 2 Olympiagold Kommentare sowie 20 Superbowls als persönliche Höhepunkte bezeichnet hat – vielleicht bei Servus TV früher oder später auch Football ins Programm bringen wird.
Zunächst gilt es aber einmal Icehockey erfolgreich zu etablieren und dazu wünschen wir ihm und Martin Pfanner nur das allerbeste!
Servus Christopher, Servus Martin! Das schauen wir uns an…

AFL 2010 – 10 Punkte für das Album

Die AFL 2010 liegt hinter uns und so kann man an einem ruhigen Sonntag einige Strömungen der letzten Saison zusammentragen. Es sind die ersten 10 Gedanken, sowohl Reihenfolge als auch Relevanz sind reiner Zufall.

1. Dragons gewinnen Austrian Bowl

Monokulturen sind nicht widerstandsfähig, degenerieren und werden irgendwann ausgelöscht. Was für Pflanzen gilt, ist gleichermaßen auf den Sport anzuwenden. Seit 1993 – immerhin 16 Jahre – hat es keinen Sieg mehr gegeben, der nicht an Vikings, Giants oder Raiders gegangen ist. Diese Monokultur hat eine Blutauffrischung erhalten und das wird dem Sport helfen. Herzliche Gratuation an die Dragons. Ihr efrischt uns alle und ihr habt es Euch mehr als verdient.

2. Dominanz war gestern

Wer vermeint eine Trendwende zu sehen und vermeint Raiders, Giants oder Vikings abschreiben zu können irrt gewaltig. Kein Playoff Spiel wurde um mehr als einen TD gewonnen. Der Unterschied zwischen ganz oben und ganz unten war noch nie derart auf Messers Schneide. Ein einziges Play kann in solchen Partien den Unterschied machen. Tagesverfassung und Glück sind hier wesentliche Faktoren.

Die Aufregung um die “Schlechtheit” des eigenen Teams, dass insbesondere bei Fans um sich greift, ist hier nicht wirklich angebracht. Jedes der Topteams hätte die Austrian Bowl erreichen und gewinnen können. Die Zeiten der 80:nix Playoffs ist vorbei und das ist eine gute Nachricht.

3. Werbewertrelevante Berichterstattung

Während die Print-Medien Football weitgehend den üblichen Raum eingeräumt haben, hat die TV – Berichterstattung zur AFL 2010 einen Rückschritt gebracht.

Der ORF hat kurzfristig AFL Crush eingestellt und eine Alternative konnte trotz großer Anstrengungen nicht gefunden werden. Letztlich ist die Zielgruppe zu klein um eine kommerziell sinnvolle Sache im traditionellen TV zu machen. Die projektierten Sendungen sind von rund 10.000 Zusehern ausgegangen, womit eine Vermarktung im traditionellen Fernsehen bei Kosten von über 10.000 EUR pro Sendung derzeit unrealistisch ist. Ein Tausenderpreis von Tausend ist maximal im Luxusgüter-Segment akzeptabel. Da die Bentleyfahrer im Football aber noch nicht Mainstream sind, ist das ein klares Killerargument gegen das sich kaum argumentieren lässt.

Für traditionelles Fernsehen hat Football nur 3 Möglichkeiten:

  1. Die Anzahl der Zuschauer deutlich steigern (aus der Situation heraus sehr schwer)
  2. Den ORF, der deutlich mehr Fernsehzeit als Programm hat, möglichst stark einbinden, darüber Punkt 1 verbessern und irgendwann in eine Größe wachsen, in der man nicht mehr ignoriert werden kann.
  3. Einen positiv verrückten Programmdirektor eines alternativsenders finden, der 1-2 Saisonen investieren will/kann, bevor er etwas herausbekommt (wenn er dann noch den Job hat).

4. Imports dominieren

Am Spielfeld sind die MVPs klar verteilt: Imports: 3 Ösis: 0,5.

0,5 deshalb, weil der Youngstar of the Year automatisch an einen Österreicher vergeben wird. Wenn man weiters bedenkt, dass die Personen, die den Liga-MVP wählen nur zu gerne auch Österreicher dabei hätten, dann bedeutet das Ergebnis, dass einerseits die Verstärkungen diesen Namen auch verdienen und andererseits, dass hier beim allgemeinen Jubel über Eigengewächse doch noch deutlich Luft nach oben besteht.

Wenigstens der Coach des Jahres geht bei starker Konkurrenz an einen Österreicher: Ivan Zivko gewinnt zurecht diesen Titel. Er hat heuer alles am Richtigsten gemacht und ein Team geschaffen, dass den Fluch der Titellosigkeit (die Blue River Bowl einmal ausgenommen) gebrochen hat. Applaus.

5. Laufspiel ist nichts für Imports

Für alle Strategen unter uns, muss man sich ernsthaft die Frage stellen, wie man bei der geringen Anzahl von Imports den meisten “Bang for a Buck” bekommt. Die abgelaufene Saison hat gezeigt, dass das Laufspiel eines Teams über ein gesamtes Spiel leichter zu kontrollieren ist, als der Pass. Marty und Horton waren so ein Duo, dass immer wieder bei 3ten und lang unmögliche Situationen gedreht hat. Und wenn sich die Verteidigung auf Horton konzentrierte, dann war einer der anderen Receiver frei. Damit schafft ein Widereceiver einfach mehr Möglichkeiten als ein Running Back, der 100mal ins Feuer geschickt wird.

Race und Cooper sind sicher Ausnahmespieler, die Spiele entscheiden können und die jeder Offensive Coordinator gerne in seinem Team hätte. Die entscheidenden Spiele gegen sehr gute Defenses konnten aber beide nicht umdrehen.

6. Ligasponsor

Mit 4 Teams, die um die Spitze spielen, wird die Suche wahrscheinlich leichter. Aber das zentrale Problem bleibt. Was kann der AFBÖ einem Sponsor anbieten, dass er in Wien und in Innsbruck nicht direkt und besser bekommt?

Die Stadien und/oder Besucherzahlen der anderen Teams sind nicht geeignet einen Großsponsor anzulocken. Dieser will für jeden Euro, den er hier hineinsteckt auch ein Mehrfaches davon herausholen. Aber wie soll das gehen?

Die Antwort ist einfach: Es geht nicht.

Wie könnte es gehen? Auch wenn das die Teams nicht freuen wird, ist der einzige Weg zu einem Ligasponsor eine zentrale PR und Werbeschiene aller Teams durch eine professionelle Agentur. Das funktioniert in anderen Sportarten wie Icehockey nicht anders. Ob sich dafür eine Mehrheit finden ließe, die auch die Startkosten davon tragen würde, steht auf einem anderen Blatt.

7. Mehr Spiele

Ein wesentlicher Kritikpunkt an der Liga ist die Zahl der Spiele. auch die AFL wird sich irgendwann überlegen müssen den Spielbetrieb zu verlängern. Nach vorne kann man nicht, also wäre der einzige Weg eine Sommerpause plus Spiele/Playoffs danach. So spielt auch die GFL und will man irgendwann 6-8 garantierte Heimspiele für alle, dann ist das die einzige Möglichkeit.

Derzeit haben ja die kleinen Teams tendenziell das Nachsehen. Da sie nicht EFL spielen, haben sie weniger Heimspiele und damit einen klaren Vermarktungsnachteil gegenüber den “großen” Teams. Will man wirklich zusammenrücken, dann ist dieses Problem zu lösen.

Derzeit scheuen die Teams die zusätzlichen Kosten und Probleme, die das mit Imports und Coaches ergibt. Sobald die Teams an ihren Heimspielen Kasse machen, sollte sich dieses Problem von selbst lösen.

8. Zuschauer

Die AFL scheint heuer einen neuen Zuschauerrekord aufzustellen. Die offiziellen Zahlen sind da zwar kein echter Indikator, da der Daumen praktisch immer zu dick aufgetragen wird, aus internen Quellen ist aber durchgesickert, dass es trotz teilweise sehr schlechten Wetters zB in Wien echte 10% plus unter den Abrechnungen stehen.

Auch hier ist das Ergebnis immer differenziert zu sehen. Beginnt ein Team gerade zu wachsen, erzielt es hohe Zuwachsraten, während etablierte Teams nur mehr geringere Zuwächse verzeichnen.

Eine stagnierende Zuschauerzahl wäre aber ein Alarmsignal für jedes Team. Die Einnahmen aus Heimspielen können zu einem wichtigen Posten im Budget werden und so müssen sich alle Teams fragen, wie sie hier weiter kommen. Natürlich gibt es kein Kochrezept dafür, aber Cheerleader, Stadion, Sprecher, Einlauf und Musik sind die Ingredienzien des Eerfolges. Welcher dieser Teile gut umgesetzt ist, kann man bei den Zuschauern erheben, die im Stadion sind und so die eine oder andere Schwäche zunächst erkennen und dann beheben. Betriebsblindheit ist hier jedenfalls die größte Bedrohung.

9. Referees

Die Leistungen der Referees im Detail zu besprechen macht nach der Saison keinen Sinn. Natürlich gab es auch eigenwillige Calls, aber insgesamt war die Leistung sehr anständig. Was aber etwas fehlt ist ein lebendiger AFSÖ, der insbesondere ehemalige Spieler integriert.

Hier haben aber auch die Teams noch deutlich dazuzulernen, da gerade die ehemaligen Spieler als Refs regelmäßig deswegen angegriffen werden. Bisher waren diese Anschuldigungen regelmäßig vollkommener Topfen, aber das scheint in Rage befindliche Funktionäre nicht davon abzuhalten diese Karte immer wieder zu spielen. Und da beginnt das Übel. Wenn wir damit nicht aufhören, dann werden sich auch in Zukunft kaum Spieler melden und z.B. die Fangbarkeit von Bällen weiterhin von Leuten beurteilt, die das selbst nie getan haben. Die Entscheidung liegt also bei uns.

10. WM 2011

Das ist der entscheidende Moment für den österreichischen Football. Es ist wie ein Elfmeter, den wir in der 90. Minute bekommen.

Treffen wir, dann könnte Football in den Köpfen der Leute zumindest das Niveau von Handball erreichen und einen wichtigen Schritt nach vorne machen. Wir erreichen neue Sphären, die noch nie von uns betreten wurden.

Verschießen wir den Elfer, dann beweisen wir allen Neidern und Mißgünstlingen, dass es immer schon richtig war Football nicht für voll zu nehmen. Dann ist der Ofen auf absehbare Zeit einmal aus.

Die Bedeutung dieses Momentes ist für diese Community unheimlich groß. Nur eines scheint sicher: Auf dem gleichen Niveau wie heute stehen wir dann nicht mehr. Ob es hinauf oder hinunter geht liegt in unser aller Hand. Nutzen wir die Chance!

AFL Playoffs komplett

Der letzte Spieltag der AFL bringt Klarheit in die Playoffs. Die Danube Dragons setzen sich an die alleinige Spitze der Tabelle und beenden erstmals den Grunddurchgang als Nummer 1. Dahinter folgen gleich drei Teams mit einem 4-2 Record. So knapp war die AFL noch nie. Die heutigen Paarungen sind zufälligerweise auch die Halbfinalspiele der AFL und wir werden damit in 2 Wochen die Retourmatches sehen. Man darf gespannt sein, ob sich bis dahin etwas ändert.

Vikings @ Dragons

Die Dragons demontieren die Vikings, die an diesem Tag auf beiden Seiten des Balls eine Lehrstunde erhalten. 19 First Downs Dragons, 5 First Downs Vikings: da bleiben keine Fragen offen. Desaströs insbesondere das Laufspiel der Vikings. Letzte Woche dachte man, dass die 0 Yards Passing der Lions ein lächerlicher Wert wären, die Vikings setzen diesem Wert -14 Yards Rushing entgegen. Auch nicht schlecht.

Zudem folgt auf ein gutes Play – insbesondere in der Defense – immer auch gleich ein Foul, das dem Gegner weiterhilft. Man spielt auf dieser Seite des Balls auch nicht gut, kann aber immerhin Ansätze dazu zeigen, die man eben durch Fouls gleich selbst zerstört.

Das ist nicht die Arbeit eines Champions. Platz 4 des Grunddurchgangs ist das Ergebnis dieses Nachmittags und ein Schuß vor den Bug.

Auf der anderen Seite agieren die Dragons souverän, lassen sich nicht auf dämliche Fouls ein und exekutieren ihren Gameplan. Herausragend agieren an diesem Tag Horton, Brown und Kühnmeyer, die dem Spiel ihren Stempel aufdrücken. Platz 1 könnte kaum verdienter sein.

Playoff Prediction: Vikings @ Dragons

Aus der Sicht der Dragons:

  • Keine Experimente,
  • Heimvorteil ausnützen,
  • Cool bleiben

Aus Sicht der Vikings:

  • Diese Begegnung so schnell wie möglich vergessen,
  • Team muss sich fragen ob ihnen ein Vizeeuropameistertitel reicht,
  • Exekution der Plays muss sich dramatisch verbessern,
  • Penalties in der Defense abstellen,
  • Hoffen, dass die verpatzte “Generalprobe” Glück bringt

Tipp: Die Dragons sind das beständigste Team der Top 4. Sie Leisten sich keine Totalausfälle und damit sind sie die klaren Favoriten.

Die Vikings verfügen über das explosivste Team. Niemand sonst in der AFL kann Spiele so schnell umdrehen. Aber dafür pokern sie hoch und ohne Laufspiel ist das relativ leicht abzudrehen.

Giants @Raiders

Die Giants gehen als Underdog in das Spiel und zeigen, wie man von einer Woche auf die nächste den Turnaround schafft. “A great Racehorse knows when it is Kentucky Derby”- scheint das Motto der Giants zu sein. Sie mussten gewinnen und haben das auf eindrucksvolle Art auch durchgezogen. Natürlich hatten sie auch ein gerütteltes Maß Glück, aber das hat jeder Sieger.

Bemerkenswert war die hohe Anzahl an Fouls im gesamten Spiel. 248 Yards Strafen in einem Spiel, das von außen zivilisiert geführt gewirkt hat, sind sehr viel. Die Spielführung darf wohl als kleinlich bezeichnet werden. Trotzdem sieht man im ersten Viertel unglaubliche 42 Punkte, da sind die 2500 Zuschauer wohl auf ihre Rechnung gekommen.

Die Raiders sind aus statistischer Sicht nicht weit weg, aber das hilft ihnen nur bedingt. Jackson wirft 4 TDs aber auch 2 Interceptions. Der anfangs offene Schlagabtausch kippt dadurch in Richtung Giants, die mit etwas mehr Killerinstinkt die ganze Sache auch noch deutlicher gewinnen hätten können. Während die Giants den Ball scheinbar mühelos und mit großen Raumgewinnen bewegen, tut sich die Raiders Offense wesentlich härter.

Die Raiders kommen erst spät zurück in das Spiel und können sich damit zumindest das Heimrecht in den Playoffs sichern.

Playoff Prediction: Giants @ Raiders

Aus Sicht der Raiders:

  • Keine Turnovers in der Offense
  • Tiefen Pass besser verteidigen (Average per Completion 21,3 Yds)
  • Run stoppen (Average per Rush 8,9 Yds)

Aus Sicht der Giants:

  • Gun ist herausragend, wenn er nicht zuviel will
  • Cooper kontrollieren
  • Die Erfahrung von 10 Titeln abrufen 

Tipp: Die Raiders haben die Chance sich für die Austrian Bowl in Innsbruck zu qualifizieren und stehen im Falle einer Niederlage mit leeren Händen da. Das wird sie noch härter arbeiten lassen, als sie es sonst tun. Die Raiders sind ein Arbeitsteam, dass sich perfekt auf Gegner einstellen kann.

Die Giants sind dagegen eher vom Typ “schlampige Genies”, bei denen man nie genau weiß, was als nächstes kommt.

Ein Favorit für dieses Spiel ist kaum auszumachen. Der Unterschied ist zu 90% Tagesverfassung. Um dem AFBÖ ein absehbares Zuschauerdebakel in der Austrian Bowl zu ersparen, werden kurzerhand die Raiders favorisiert.

Lions @Panthers

Die Panthers gewinnen klar mit 38:58 und sichern sich verdient Platz 5 der AFL. Die Teilnahme der Panthers an der AFL ist eindeutig positiv und nächstes Jahr könnte für Prag auch mehr drinnen sein.

Die Lions sind weiterhin sehr unbeständig. Statt Playoffs Platz 7 für den Dirty South spiegelt das auch wieder. Bei den Lions gilt es die Rolle des Stolpersteins für andere endlich abzulegen und endlich auch einmal etwas positives für sich selbst zu schaffen.

Bulls @ Invaders

Die Invaders gewinnen mit 39:34 und können sich damit Platz 6 sichern. Die Invaders spielen sehr beständig, können die Topteams zwar fordern, für einen zählbaren Erfolg reicht es aber noch nicht. Die ausgezeichneten Imports helfen das Team zu etablieren. Genauso beständig muss jetzt die Organisation an der Weiterentwicklung arbeiten. Dann klappt es auch mit den großen Teams.

Die Bulls sind klarer Platz 8 mit keinem Sieg auf ihrem Konto. Hier muss man sich entscheiden, in welche Richtung es gehen soll und dann muss man tun, was notwendig ist um dieses Ziel zu erreichen. Noch so eine Saison wird man nur mühsam als positiv verkaufen können.

 

 

Das komplette Playoff Bild

Die Playoffs stehen vor der Tür und mit Runde 5 von 6 kann man das erste Mal halbwegs rechnen wie es weitergeht. Insgesamt 6 Teams haben noch Chancen. Die Raiders sind aufgrund ihrer Punktedifferenz bereits als einziges Team sicher weiter. Alle anderen müssen noch minimal zittern. Übersichtlich ist die Situation auch nach Woche 5 nicht. Auf einem stark gefährdeten Platz stehen die Giants, bei einer Niederlage gegen die Raiders. Aber hier alle Teams und ihre Aussichten:

Swarco Raiders: 4-1 +109

Verbleibender Gegner: Turek Graz Giants

Der Gegner ist denkbar unangenehm und liegt den Raiders nur bedingt. Die Giants müssen eigentlich gewinnen, damit sie den Playoffeinzug sichern können. Die Raiders sind heuer nicht so konstant gut, wie in den vergangenen Jahren. Es gilt eine sehr gute Leistung abzurufen und erst zu feiern, wenn man die Giants in die Knie gezwungen hat. Die Raiders sind in diesem Spiel zu favorisieren, wenn sie auf ihren vollen Kader zurückgreifen können.

Bei einem Sieg: 5-1

Hier winkt Platz eins, da die Punktedifferenz von rund +100 besser ist, als bei allen anderen Teams. Stehen allerdings die Dragons auch auf 5-1 entscheidet der Tiebreaker gegen die Raiders.

Bei einer Niederlage: 4-2

Aufgrund der guten Punktedifferenz wahrscheinlich an der Spitze der 4-2 Teams und damit auf Platz 2.

Danube Dragons: 4-1 +68

Verbleibender Gegner: Raiffeisen Vikings

 

Blue River Bowl III findet im Rattenfängerstadion statt, in dem die Vikings bisher noch nie gewinnen konnten. Wesentlicher Faktor ist sicher, ob Andrej Klimann, derzeit Österreichs bester Running Back, wieder fit ist.

Der lange Pass von Marty auf Asiladab und Horton wird etwaige Schwachstellen in der Passverteidigung der Vikings schonungslos aufdecken.

Die Defense hat sich von anfänglichen Aussetzern erholt und spielt mittlerweile auf gutem Niveau.

Bei einem Sieg: 5-1

Sicher Nummer 2, wenn die Raiders gegen die Giants verlieren, sogar Platz 1 des Grunddurchganges.

(Update: Direkte Begegnung bei 2 Team Tiebreaker kommt natürlich zur Anwendung. Danke Niki Ludwig!)

Bei einer Niederlage: 4-2

Bei einem gleichzeitigen Sieg der Giants relativ sicher Platz 3, da die Raiders selbst bei einer Niederlage die bessere Punktedifferenz haben werden. Platz 4 möglich, wenn die Giants genügend hoch gewinnen.

Gewinnen die Raiders, dann können sonst nur die Lions 4-2 werden, die man im direkten Duell aber geschlagen hat udn damit jedenfalls vorne wäre.

Raiffeisen Vikings: 4-1 +66

Verbleibender Gegner: Danube Dragons

 

So sehr man sich mit Hinweis auf diverse Meistertitel das Fehlen einer Blue River Bowl unerheblich redet, so wenig kann man glauben, dass dieser Stachel nicht doch etwas weh tut. Schließlich geht es um die Führung im Osten. Es riecht nach Prestige….

Die Dragons sind ein unangenehmer Gegner, der die Defense vor großes Kopfzerbrechen stellen wird. Kann man Fremdgänger Pasha Asiladap aus der Endzone halten?

Die Offense muss an das Spiel gegen Prag anknüpfen und mit Spielwitz und ohne Turnovers die notwendigen Punkte erzielen. Bisher fehlt es den Vikings an Killerinstinkt. Angezählte Gegner werden eher ins Spiel zurückgeholt, als kalt niedergestreckt.

Bei einem Sieg: 5-1

Sicher Nummer 2, wenn die Raiders gegen die Giants verlieren, sogar Platz 1 des Grunddurchganges.

Bei einer Niederlage: 4-2

Relativ sicher Platz 3, da die Raiders sowohl die bessere Punktedifferenz als auch die direkte Begegnung gewonnen haben. Platz 4 möglich, wenn die Giants genügend hoch gewinnen.

Turek Graz Giants: 3-2 +56

Verbleibender Gegner: Swarco Raiders

 

Die Giants stehen nach ihren Niederlagen gegen die Lions und Vikings mit dem Rücken zur Wand. Nur ein Sieg bringt die Giants sicher weiter.

Gegen die Vikings reichten 4 Turnovers nicht für einen Sieg, da muss man sich fragen, wo die hochgelobte Offense der Giants ihre Chancen vernebelt. Wie bei allen Top-Teams ist an einem guten Tag aber alles möglich und mit HC Rick Rhodes wird sicher bereits am perfekten Gameplan gefeilt.

Bei einem Sieg: 4-2

Die Giants stehen derzeit bei +56, damit ist der Verlierer von Dragons vs Vikings und damit der 3. Platz nur 9 bzw 11 Punkte entfernt.

Die Lions sind hier keine Gefahr. Die Tiebreaker Rule der direkten Begegnung kann nicht zur Anwendung kommen, da es mit den Lions 3 Teams wären und da zunächst nur die Punktedifferenz zählt.

Bei einer Niederlage: 3-3

Gewinnen die Lions ihre restlichen Spiele, dann sind die Giants nicht in den Playoffs.

Gewinnen die Lions nur gegen die Invaders, gibt es mit Lions, Giants und Panthers 3 Teams, die 3-3 stehen. Damit kein Tiebreaker und es zählt die Punktedifferenz. Hier sind die Giants derzeit vorne und für die Lions uneinholbar, da maximal 35 Punkte pro Partie geschrieben werden können. Die Panthers könnten aber genau das schaffen und haben in den letzten Partien gezeigt, dass sie gegen angeschlagene Gegner keine Gnade kennen.

Gewinnen die Lions nur gegen die Panthers, dann kommt der Tiebreaker zur Anwendung und die Lions erhalten Platz 4 in den Playoffs.

Carinthian Black Lions: 2-2 -63

Verbleibender Gegner: Generali Invaders, Prague Panthers

 

Ohne DJ Hernandez fehlt den Lions ihr Achilles. Verliert eine Mannschaft ihren “magischen” Spieler, dann fehlt dieser nicht nur höchstselbst, sondern alle anderen Spieler verlieren ihr Vertrauen auf die Besiegbarkeit jedes Gegners.

Die Invaders suchen ihren ersten Sieg und werden gegen die Lions nicht zurückstecken. Eine Halbzeit, wie gegen die Dragons wird da nicht ausreichen. Die Dragons hatte man insbesondere im Passing nicht unter Kontrolle, was aber gegen die Invaders ein geringerer Faktor ist. Rush (Raceing) gilt es zu kontrollieren.

Die Panthers sind physisch stark, verfügen aber über begrenzten Spielwitz. Gegen den Pass ist Prag anfällig, gegen den Run steht man ausgezeichnet. Mit der Brechstange ist hier wenig zu gewinnen. Ob es gelingt ein variantenreiches Passpiel ohne etatmäßigen QB aufzuziehen wird man sehen.  Der Sieg gegen die Panthers ist deutlich wichtiger als gegen die Invaders. Vielleicht wird der DJ ja doch noch für ein Spiel aus der Kiste springen…

Egal welche Konstellation: Die Lions brauchen einen Sieg der Raiders gegen die Giants. Ohne diesen sind sie in den Playoffs aufgrund der schlechten Punktedifferenz nur Zuschauer. Sieg Raiders & bei zwei Siegen Lions: 4-2

Platz 4 und die erstmalige Playoffteilnahme.

Sieg Raiders & ein Sieg gegen die Invaders: 3-3

Das bedeutet die Nichtteilnahme an den Playoffs wegen schlechter Punktedifferenz.

Sieg Raiders & ein Sieg gegen die Panthers: 3-3

Das bringt die Tiebreaker Regelung in Kraft und die Lions in die Playoffs.

Zwei Niederlagen: 2-4

No Playoff.

Prague Panthers 2-3 +18

Verbleibender Gegner: Black Lions

 

Die Lions sind angeschlagen, die Panthers gleichzeitig wild darauf ihre erste AFL Saison zu einem positiven Abschluß zu bringen.

Bei einem Sieg: 3-3

Die Panthers brauchen einen Sieg gegen die angeschlagenen Lions bei einer gleichzeitigen Niederlage der Giants und einer Niederlage der Invaders gegen die Lions (sonst Tiebreaker gegen die Giants). Dann winkt Platz 4 und die Playoffs.

Bei einer Niederlage: 2-4

No Playoff.

Generali Invaders 0-4 -113

Keine Playoff Chance, maximal 2-4.

Salzburg Bulls 0-5

Keine Playoff Chance, maximal 1-5.

 

Woche 3 AFL – Überraschungen waren gestern

Das Spitzenspiel: Nummer 1 vs. Nummer 2

Swarco Raiders vs. Raiffeisen Vikings ist die regelmäßige Highlightbegegnung der letzen 10 Jahre. Klar, dass hier auch die Giants zu erwähnen sind, denen aber eher die 10 Jahre davor gehört haben. Die Raiders gewinnen immer mehr dieser Begegnungen der letzten Jahre, allerdings verlieren sie auch manchmal schmerzhaft, wie vergangenes Jahr im AFL Halbfinale.
Entsprechend motiviert gehen sie in das Spiel, dass sie auch mühelos gewinnen. Das 50:22 ist eine Machtdemonstration. Den Vikings mögen einige Starter gefehlt haben, aber der eindrucksvollste Aspekt des Spiels sind die 21 Completions bei 22 Versuchen von Leon Jackson III. Und die wirft dieser gegen ein defensive Backfield, dass knapp am Mann deckt, aber für das sehr exakte Passspiel trotzdem immer einen halben Schritt zu weit weg ist. Wenn diese Receiver – Dieplinger, Heider & Co – mit einem so aufspielenden Leon Jackson III zusammenkommen, wird wahrscheinlich jeder Gegner ausgescored. Ist diese Leistung konstant – und Hr. Jackson hatte heuer auch schon andere Tage – dann sind die Raiders heuer kaum zu schlagen.
Insbesondere aber nicht für Vikings mit stockendem Offense Motor. Christoph Gross probiert es mit der Brechstange und zu langen Pässen und liegt mit 9 Completions von 28 Pässen weit unter seinen Möglichkeiten. Die Defense der Vikings spielt gut gegen den Run, gegen den Pass wirkt man hilflos.
2 Dinge sind an den Vikings derzeit bemerkenswert. Das eine ist wie oft die Spieler auf Naturrasen ausrutschen und das zweite ist die Anzahl der Verletzungen. Beides könnte mit dem Kunstrasen der Ravelinstraße zusammenhängen.

Das Duell der Verfolger: Giants vs. Dragons

Nach dem unerwarteten Ausrutscher der Giants gegen die Lions mussten die Giants gewinnen um ihre Playoff Chancen zu wahren. Die Giants starten mit 14 Punkten in das erste Viertel. Bis in das vierte Viertel bleibt dann der Score stehen, das vierte Viertel geht dafür dann mit 14:13 erneut knapp an Graz, die mit einem Gesamtscore von 28:13 gewinnen. Interessantes Detail dabei ist, dass die Dragons mit 240:238 mehr Offense Yards erzielen als die Giants. Der Unterschied ist die verschiedene Feldposition, in der die Giants ihre Drives starten. Ihr längster Drive geht 52 Yards und das geht nicht ohne Hilfe durch die Dragons Special Teams.
Die Giants beweisen, dass auch weiterhin mit ihnen zu rechnen ist und die Dragons Defense ist erstmals zumindest 2 Viertel lang in der Lage keinen TD zu kassieren. Beides ist positiv und erhöht die Spannung vor den nächsten Runden.

Kampf um einen Platz an der Sonne: Bulls vs. Panthers

Beide Teams konnten heuer in der AFL bisher nur Niederlagen einfahren. Für die stark eingeschätzten Prager war ein Sieg in den bisherigen Partien grundsätzlich vorstellbar, für die Bulls hingegen nicht. Da noch immer keine Statistik zum Spiel vorliegt ist es sehr schwer das 22:66 zu deuten. Der neue QB der Salzburger dürfte aber keine entscheidende Trendwende gebracht haben. Prag liegt ja nach wie vor auf Playoff Kurs. Niederlagen gegen Giants und Raiders sind verkraftbar, solange man gegen die 4 wahrscheinlich schwächsten Teams gewinnt. Wer diese sind steht zwar noch nicht fest, die Bulls dürften sich aber die rote Laterne bereits eingetreten haben.

Playoff Race

Die AFL ist kurz und entsprechend knapp geht es derzeit zu. Interessant sind die Plätze 1-4 für die Playoff Teilnahme:

  1. Raiders: Makellos. Ohne Diskussion an der Spitze.
  2. Vikings: verlieren zwar gegen die Nummer 1, der Auftritt mit einem Import und einigen fehlenden Startern bleibt gerade noch vertretbar. Gegen die Nummer 1 zu verlieren bringt noch keinen automatischen Abstieg, die Tendenz ist aber fallend. Noch wurde kein schwerer Gegner geschlagen. Zweifel an Platz 2 sind angebracht.
  3. Giants: gewinnen, zeigen aber Licht und Schatten. Knapp an den Vikings dran, der Lions Schnitzer wiegt aber derzeit noch schwer.
  4. Dragons: So richtig kommt da heuer noch keine Freude auf. Die oft als stärkste Offense der Liga bezeichnete Truppe bleibt 3 Viertel ohne Punkte. Das reicht derzeit nicht für mehr als Platz 4.
  5. Lions: Spielfrei.
  6. Panthers: Die Panthers gewinnen deutlich gegen die Bulls. Ob Aufflackern oder Flächenbrand wissen wir in ein paar Wochen.
  7. Invaders: Spielfrei.
  8. Bulls: Hartes Lehrjahr, auch weiterhin ein deutliches Stück von zählbaren Erfolgen entfernt.

MVPs der Woche

Wer hat eine besonders beachtenswerte Leistung abgeliefert:

  1. Leon Jackson III: Stats wie im Bilderbuch. Atemberaubend
  2. Pasha Asiladap: Zeigt in seiner neuen Karrierestation immer beständigere Leistungen und kann sich die Jungdrachen (noch) von der Pelle halten. Gibt für das Team alles und spielt auch Returner.
  3. Live Stream Raiders: Alban Egger zaubert trotz starker – für den Zuschauer nicht zu merkenden – Problemen einen ausgezeichneten Stream.

Woche 2 AFL: Alles Claro?

Die AFL ist heuer sehr kurz und somit ist jedes Spiel von Bedeutung. Anders als im letzten Jahr, als alle Teams aus dem Grunddurchgang in die Playoffs eingreifen durften, werden heuer nur die Top 4 weiterkommen. Da man jeden Gegner nur einmal trifft (und ein Team überhaupt nicht), ist jede Niederlage von besonderer Bedeutung.

Die Top-Partie: Raiders vs Panthers

Die Raiders mussten in Woche zwei zuhause gegen die als unangenehmer Gegner eingeschätzten Panthers antreten. Das erste Heimspiel war dabei nicht nur gut besucht, sondern auch via Livestream weltweit zu bewundern. Erstmals gab es das Angebot auch mit mehreren Kameras und Zeitlupe, was das Zusehen aus der Ferne nochmals deutlich attraktiver macht. Vielen Dank an die Connexion und Alban Egger, die dieses Projekt durchziehen.

Vor gut gefüllter Haupttribüne gingen die Raiders ans Werk und außer einem etwas wackeligen Beginn entwickelt sich eine relativ eindeutige Partie. Die Panthers sind insbesondere nicht in der Lage Tory Cooper zu stoppen. Cooper läuft 171 yds, fängt für weitere 52 yds und macht 3 Touchdowns. Da Prag ihn nicht stoppen kann und die Raiders kein einziges Mal Punten müssen, ist die einzige Schwäche der Raiders Leon Jackson III., der drei Interceptions wirft. Die Schwachstelle ist aber sofort zu revidieren, wirft er doch für 239 yds und läuft selbst für 41yds und 2 Touchdowns. Auch nicht schlecht.

Cooper und Jackson gemeinsam erkämpfen 266 der insgesamt 464yds (fast 60% aller Yards und 95% aller Rushing Yards). Jakob Dieplinger ist mit 108 receiving Yards herausragender Österreicher, kann aber leider keinen TD erzielen. Florian Grein ist noch etwas im Hintergrund und mit 11yds Rushing noch weit von seinen Möglichkeiten entfernt.

In der Defense ist Mario Rinner mit 31 Jahren noch immer der Motor der Raiders. In der Box sind die Raiders sehr solide. Die Panthers wissen mit 83yds Rushing davon zu berichten. Clinton Graham schafft 27yds, was gut sichtbar nicht daran liegt, dass er sich keine Mühe gibt, sondern daran, dass die Raiders ihm keine Luft lassen. Das Backfield der Panthers ist permanent unter Druck. QB Shrum, der gegen die Giants noch ein wesentlicher Teil des Laufangriffs war, wurde vollkommen paralysiert. Eine Interception und ein Fumble sind das Ergebnis einer starken Vorstellung.

Die Raiders setzen derzeit viel auf ein Pferd. Der Lauf ist ebenso stark wie Tory Cooper. Der neue QB hat dagegen noch Entwicklungspotential nach oben. Er ist laufend wie passend eine Gefahr, beim Pass allerdings derzeit auch für das eigene Team.

Die Langweiler Partie: Bulls vs. Vikings

00:50 spricht eine eindeutige Sprache. Noch kann niemand einschätzen, wie gut der Überraschungsstaatsmeister von 2009 heuer wirklich ist.

Die Defense wirkt grundsolide, war das aber auch schon letztes Jahr. Viele junge Spieler integrieren sich hier immer besser. Gegen einen Gegner mit multiplen Angriffswaffen muss man das aber erst wiederholen. Mike Brannon gibt seine Premiere in der AFL. Da die Statistik von dem Spiel noch auf sich warten lässt – eigentlich unverzeihlich in der AFL – wird man erst sehen wie groß sein Anteil an dem Spiel war.

Die Offense hat sicher gegenüber letztem Jahr deutlich verbessert. Der letztes Jahr für sein wenig inspirierendes Playcalling oft kritisierte Vincent Lelard hat hier ganze Arbeit geleistet und ein variantenreiches Playbook eingebaut. Neuzugang Chauncy Calhoun fügt sich hier ebenfalls sehr gut ein und ist jederzeit für Big Plays gut.

Der nächste Gegner sind die Bolzano Giants. Nach der Papierform das nächste Shootout. Erst die Partie gegen die Raiders wird Aufschlüsse darauf geben, wie gut diese Vikings tatsächlich sind.

Die Bulls sind hart in der AFL gelandet und werden heuer nicht um die Playoffs mitspielen. So weit so hart. Hier gilt es sich auf machbare Ziele zu konzentrieren und sich kontinuierlich zu steigern, dann reicht es sicher noch für das eine oder andere Erfolgserlebnis, das wichtig ist um Spieler und Umfeld zu halten und auszubauen.

Die Überraschung: Invaders vs. Dragons

55:63 – Das hätte zuvor niemand geglaubt. Beide Teams spielen streckenweise ohne Defense und es entwickelt sich ein spannendes Spiel, das jedes der beiden Teams hätte gewinnen können.

Die Überraschung ist in diesem Spiel, dass die Dragons mehr rushing Yards erzielen als die Invaders, während die Invaders bei den passing Yards gleichauf liegen. Offensichtlich ist die Defense so auf Germaine Race ausgerichtet, dass der Pass nicht mehr verteidigt werden kann. Die Invaders Offense funktioniert im Lauf nur durch Race (124 yds, 3 TD) und QB Gay (66 yds, 1 TD). Der Pass auf Gloimüller (86 yds, 2 TD) und Sandler (133 yds) funktioniert aber diesmal ebenfalls.

Die Dragons waren knapp daran ihre “Pflicht” gegen einen Aufsteiger nicht zu erfüllen. Für das Team ist das ein glasklarer Weckruf. Will man in die Playoffs einziehen, dann muss sich insbesondere die Defense deutlich steigern. 55 Punkte sind einfach deutlich zuviel. Die Offense hat es noch einmal gerettet, aber ein Turnover zur Unzeit hätte auch einen anderen Sieger zugelassen.

Den Invaders ist hier zu gratulieren. An Rush hängt derzeit noch sehr viel, aber es gilt diesen Moment zu konservieren und sich als Sieger zu fühlen. Kann man das Niveau halten, dann sind die Invaders ein Anwärter auf Platz 5. Das wäre zwar knapp an den Playoffs vorbei, aber ein sensationeller Einstieg in die AFL. Aber ein Schritt nach dem anderen. Zunächst gilt es zu beweisen, dass es sich um kein Strohfeuer handelt.

Der Knaller: Giants vs. Lions

Manfred Mocher erzählt gerne Heldensagen, gräbt mit Vorliebe tief in der Pathos-Kiste und fühlt sich regelmäßig falsch verstanden. Heuer hat er zudem den “Dirty South” ausgerufen und will die Gegner mit “Blut” bezahlen lassen. Das ist der Stoff aus dem Wrestling-Übertragungen gemacht sind. Einfache Schwarz-Weiß Geschichten. Und die Lions sind bekanntlich “Black”.

Dementsprechend Schwarz wird es für die Giants. Dass DJ Hernandez eine Defense im Alleingang zur Verzweiflung treiben kann, haben letztes Jahr bereits die Vikings zur Kenntnis nehmen müssen. Die Giants Defense ist nicht in der Lage Versuch um Versuch von Hernandez, der meist als Ballträger aber auch als Receiver agiert, zu stoppen. Er macht 100% der Rushing Yards und als leading Receiver der Lions nochmals 25% der receiving Yards. Wow. Aus diesem Stoff sind MVPs gemacht.

Zu dieser Geschichte gehören aber immer zwei Seiten. Die Giants Defense erwischt einen elenden Tag, muss dann noch ewig am Feld stehen (Time of Posession: GIA 14:30 – BLA 33:30) und kann trotz absehbarem Offense-Konzept der Lions diese nur in der Hälfte ihrer Drives stoppen. 364 Yards und 28 Punkte sind kein Ruhmesblatt, bei einer funktionierenden Offense aber noch immer kompensierbar. Chris Gunn ist einer der besten QBs der Liga und sollte mit der entsprechenden Unterstützung seiner Receiver und dem Laufspiel rund um Michael Andrew in der Lage sein die notwendigen 29 Punkte zu erzielen.

Aber auch auf dieser Seite des Balls will bei den Giants nichts zusammenpassen. Gunns Bälle werden reihenweise gedroppt, gefumbelt oder das Erreichte durch (dämliche) Strafen anulliert. Zwar überbrückt man das Feld schneller und vielleicht auch mit den spektakuläreren Raumgewinnen, aber zählbarer Erfolg bleibt Mangelware. Die hochgelobte Offense bringt es auf 2 Touchdowns und ein Fieldgooal. Den dritten TD steuert ein Punt Return bei. Das ist natürlich deutlich zu wenig.

auch hier gibt es natürlich eine zweite Seite die gerne vergessen wird. Alle sprechen über DJ Hernandez, vergessen dabei aber, dass er ohne Defense, die zum richtigen Zeitpunkt den Stopp macht, niemals gewinnen könnte. 16 Punkte von Gunn und Co zu kassieren ist einfach ausgezeichnete Defense Arbeit.

Für die Giants gilt es jetzt das gleiche zumachen, was letztes Jahr die Vikings vorgezeigt haben. Für diese war die Niederlage in Kärnten der Wendepunkt der Saison, ein Weckruf im letzten Moment. Noch ist nichts verloren, angesichts der kurzen Saison ist die Niederlage aber alles andere als hilfreich.

Für die Lions gilt es Spiele wie dieses zu wiederholen. Man gefällt sich in der David Rolle und kann sich dabei auch entsprechend motivieren. Die Konstanz hat dabei aber bisher gefehlt. Ist das wieder eine Strohfeuer-Saison und man ist hiermit abgebrannt oder kann man auf diesem Sieg aufbauen? Das werden die Lions zeigen müssen.

Playoff Race

Die AFL ist kurz und entsprechend knapp geht es derzeit zu. Interessant sind die Plätze 1-4 für die Playoff Teilnahme:

  1. Raiders: haben sich weder gegen Panthers noch Lions ein Blöße gegeben.
  2. Vikings: erfüllen Pflichtsiege in makelloser Art. Der erste schwere Gegener wird interessant.
  3. Dragons: gewinnen Pflichtspiele ebenfalls, Defenseleistung aber enttäuschend.
  4. Giants: Licht und Schatten, ein rabenschwarzer Tag macht noch keinen Winter, Platz 4 wackelt.
  5. Lions & Panthers: Die Lions gewinnen, müssen aber erst beweisen, dass sie das auch wiederholen können. Die Panthers verlieren bisher alles, haben aber einiges Talent in ihren Reihen und spielen sowohl gegen die Giants, als auch die Raiders mit.
  6. Invaders: Knapp an der Sensation, aber auch hier muss die Nachhaltigkeit erst bewiesen werden
  7. Bulls: Hartes Lehrjahr, noch ein deutliches Stück von zählbaren Erfolgen entfernt.

MVPs der Woche

Wer hat eine besonders beachtenswerte Leistung abgeliefert:

  1. DJ Hernandez: Stats wie in einem Videospiel, vielleicht übernimmt das Multitalent bald auch noch die Halbzeitshow…
  2. Tory Cooper: Beeindruckend Kombination aus Kraft und Geschwindigkeit. Lässt Clinton Graham wie Minime aussehen.
  3. Black Lions Defense: 16 Punkte für die Giants ist eine Talentprobe. Auch wenn die Giants hier deutlich mitgeholfen haben.

Das Leben nach dem ORF – AFL Week One

AFL Crush war nie Selbstzweck sondern sollte mit bewegten Bildern über die AFL berichten. Bis wir wieder bereit sind diese Bilder zu liefern, bleibt nur der Blog um eine Miniberichterstattung zu geben. Dafür gibt es zwar die Webseiten der Teams, des Verbandes, Football Austria und ein paar versprengte andere Webseiten mit lokalem Schwerpunkt, aber uns ist das noch immer zu wenig. Das heutige Thema für einen Kommentar liegt auf der Hand: AFL Week One: Was haben wir gelernt?

Dragons bleiben vorläufig einziger “magischer” Aufsteiger

Die Aufsteiger aus der Division I haben sich wacker geschlagen und bis zum Ende gekämpft. Mehr aber auch nicht. Die Bulls gehen in Korneuburg unter und die Invaders werden von den Vikings vorgeführt. Ein TD von Thomas EL Badramani – das beantwortet viele Fragen. Damit bleiben die Dragons das einzige Team, das die Division I nicht gewonnen hat, trotzdem aufgestiegen ist und dann ansatzlos vorne mit dabei war. Diese Leistung war groß und verdient Anerkennung.

Die Gründe dafür liegen eigentlich auf der Hand.

  1. Mit Ivan Zivko hat man einen Coach gefunden, der weiß wie es geht und der auch gelernt hat, was man tun muss um erfolgreich zu sein. Er hat aus einem durchschnittlichen Team ein Team gemacht, dass gegen jeden Gegner gewinnen kann. Er hat die Antithese der Vikings designt und vielen ehemals frustrierten Spielern einen Platz an der Sonne verschafft. Die alte Garde geht dafür für ihn durch das Feuer.
  2. Die Dragons trainieren hart. Nicht dass das nicht für Bulls und Invaders gelten würde, aber in der AFL machen das die Teams seit Jahren. Die Untergrenze von 75% Trainingsteilnahme ist für viele Starter der “großen” AFL Teams keine Herausforderung, und für die Backups noch weniger. Die machen eher 110% als 80%. Um Football trainieren zu können braucht man mindestens 22 Mann beim Training. Genau hier beginnt die Trainingsbeteiligung einen weiteren Unterschied zu machen. Ein Spieler, der nicht beim Training ist, entwickelt sich nicht nur persönlich nicht weiter, er schadet auch noch dem Team insgesamt. Size matters!
  3. Die Dragons investieren ihr Geld und Wissen nicht zuerst in Spieler, sondern zunächst in ihren Coaching Staff. Zwar regiert hier sicher auch das Diktat der schmalen Kassen, die es möglicherweise auch nicht erlaubt umkämpfte Topspieler anzuwerben, aber diese würden sowieso nicht in das Gefüge der Mannschaft passen. Man hat begriffen, dass heute der Unterschied leichter bei den Österreichern zu machen ist. Gelingt es die 9 Ö-Klassler auf ein höheres Niveau zu bringen, so ist hier eindeutig mehr zu gewinnen als über noch bessere A-Klasse-Spieler.

Bulls und Invaders müssen hier ihren eigenen Weg finden, dürfen sich dabei aber nicht zuviel Zeit lassen. Hat man sich einmal damit abgefunden, dass man “nur” unten mitspielt, ist eine große Chance vertan. Der Anschluss nach vorne muss gefunden werden. Die Leader innerhalb der Teams müssen sich ihrer Rolle bewusst werden und ihre Mitspieler motivieren noch viel härter, intelligenter und quantitativ mehr zu trainieren als sie sich das vielleicht bisher vorstellen konnten.

NFL Player sind auch nur Menschen

Jetzt werden sich 90% der Leser denken, dass Sie das auch so gewusst hätten. Trotzdem werden die meisten zugeben müssen, dass man doch neugierig war, ob die Herren Race und Cooper nicht vielleicht doch einen eindeutigen Fußabdruck hinterlassen. Und wer das zugibt, hat eben doch darüber nachgedacht.

Rein nach den Statistiken war George Cooper eher unauffällig und reiht sich in das gute Mittelfeld der Giants Defense ein.
Vielleicht braucht er noch um zu voller Leistung zu kommen. Von einem EX-NFL-Spieler, der dorthin auch zurückkehren will, darf man mehr erwarten.

Anders ist es bei den Invaders. Germaine Race ist der einzige Spieler der Invaders, der nach vorne spielt. Alle anderen Spielzüge funktionieren nur, weil Race ausnahmsweise den Ball nicht bekommt.

Race ist ein hervorragender Spieler, verglüht aber in dem Versuch alles alleine machen zu müssen. 3 Fumbles sprechen eine eindeutige Sprache. Wer zuviel will, bekommt garnichts. Frustrierend aber wahr.

Es ist noch zu früh zu sagen, ob die Verpflichtung der Spieler ein Schritt in die richtige Richtung war. Was aber heute schon klar ist, ist der hohe Betreuungsaufwand, den man erbringen muss um die “Stars” bei Laune zu halten. Der Frust von Race im ersten Viertel, in dem er regelmäßig bereits im Backfield drei Tackler treffen durfte, war am ganzen Feld fühlbar. Spieler aus weniger prominenten Ligen können in der Regel mit österreichischen Verhältnissen besser umgehen. Die bisherigen EX-NFL Spieler in Österreich (Bulls und Vikings fallen einem da spontan ein) waren nicht die Bringer. Spielerisch outstanding, aber disziplinär kaum in Griff zu bekommen.

Natürlich kann ein Ex-NFL Spieler jederzeit auftrumpfen, wenn er mit den richtigen 10 anderen Spielern auf dem Feld steht. Race bei den Raiders wäre da wahrscheinlich ein ganz anders Kapitel. Dort wäre er sicher ein “Difference-Maker”. Das Umfeld ist der entscheidende Faktor.

Die Erkenntnis, dass NFL inside alleine nicht zum Erfolg genügt bzw. diese Spieler auch nicht immer glänzen ist erfreulich. Es stellt der AFL ein gutes Zeugnis aus. Natürlich sind wir von der NFL Lichtjahre entfernt, trotzdem reicht der punktuelle Einsatz von Hinterbänklern der NFL nicht aus, um die Liga auf den Kopf zu stellen. Ich wage zu behaupten, dass das nicht immer so war.

Christoph Gross kann man vergessen

Wenn man Christoph Gross beim Spiel zusieht, könnte man vergessen, dass er Österreicher ist. Man soll den jungen Herren nicht über den Klee loben, aber er ist ein ganz wichtiger Puzzlestein in dem Mosaik, an dem der AFBÖ seit geraumer Zeit arbeitet. Gross ist nicht nur der Vikings QB, sondern auch der Spielmacher des Österreichischen Nationalteams. Er ist das Missing Link zwischen dem Nationalteam und den immens wichtigen Erfolgen bei A-EM/WM.

Egal wie man zu ihm steht, muss einem immer klar sein, dass er in 4×12 Minuten mehr für den österreichischen Football machen kann, als Generationen von Funktionären gemeinsam. Eine Medaille bei der A-EM oder sogar der WM könnte den Durchbruch an vielen Fronten bedeuten. Es ist der Schlüssel zu Kreisen, in die Football bis heute nicht vordringen konnte.

Das Risiko, dass die Vikings mit ihrem “östereichischen” Weg eingegangen sind ist groß, wurde aber bereits letztes Jahr belohnt. Ein österreichisches QB-Duo gewinnt die Austrian Bowl. Das war bis dahin unvorstellbar. Der Weitblick von Karl Wurm hat diese Tür für den österreichischen Football aufgemacht und gegen vehementen internen Widerstand durchgesetzt. Bis zum vorletzten Spiel der letzten Saison sind die Zweifel an diesem Weg auch immer stärker geworden. Das Glück des Turnarounds im letzten Moment und des eigenartigen Modus, der eine Playoff-Teilnahme ermöglichte, haben die Kritiker verstummen lassen. Umso wichtiger war es aber, wie Gross aus der Winterpause kommt. War es ein Strohfeuer oder ist es ein vernünftiger Weg?

QB Rating NCAA Formula

Passing Att-Cmp-Int Yds TD Long Sack QB Rating
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Eric Marty DRA 22-14-0 223 3 33 0 194
Leon Jackson III RAI 21-15-1 199 3 48 2 189
Christoph Gross VIK 28-19-0 279 1 44 1 163
Chris Gunn GIA 27-16-0 141 3 17 0 139
Jake Shrum PAN 17-11-2 155 1 39 0 137
DJ Hernandez CBL 22-10-1 154 1 77 6 119
Thomas Haider DRA 12-6-0 48 1 21 0 111
Andreas Diwald BUL 30-15-0 115 1 27 0 93
Vincent Gay INV 15-5-0 26 1 9 3 70

Drittbester QB am ersten Spielwochenende ist kein schlechter Start. Noch dazu, wo er mit 279 yards den höchsten Raumgewinn per Pass erzielt hat. Einen weiteren TD ist er erlaufen. Natürlich war der Gegner eine überschaubare Herausforderung, trotzdem muss man auch hier erst einmal glänzen. Es ist ein guter erster Schritt in die richtige Richtung.

Er hat noch viel zu tun, das ist gar keine Frage und die wirklich guten Import-QBs sind ihm auch noch einige Schritte voraus. Aber einen durchschnittlichen Import-QB steckt er zumindest am Startwochenende in die Tasche. Und das sind für den gesamten Sport hervorragende Neuigkeiten.