EFAF General Assembly Teil II

Nachdem es – wie bereits zuvor geschrieben – zu einigen Wellen rund um die EFAF Generalversammlung gekommen ist, kann man mittlerweile auch über kleinere Nachbeben berichten. Es gibt bereits einen neuen Artikel in der Süddeutschen Zeitung und man sollte auch einmal den anderen handelnden Personen bzw. Organisationen einen Moment Rampenlicht gönnen. Wenn der europäische Football schon die Kosten tragen muss, dann ist es nur fair, wenn man auch etwas mitbekommt.

Die Süddeutsche Zeitung titelt Erst einmal Regeln (Nach dem ersten Artikel Mit offenem Visier). Eigentlich sollte man sich über Berichterstattung ja freuen, bei genauerer Lektüre muss man aber feststellen, dass beide Artikel Themen nur anreißen, diese dann aber entweder nicht auf den Punkt bringen oder schlicht falsch sind.

Ein wesentlicher Punkt ist natürlich, dass Robert Huber von der EFAF keine 48.000.- EUR pro Jahr bekommt. Diese erhält er (so er sie erhält, da haben wir keinen Einblick) möglicherweise vom AFVD. Wie genau die enge Verflechtung mit der EFAF das erst ermöglichen soll, lässt man im Artikel sicherheitshalber unklar. Bei der tiefen Begeisterung deutscher Teams für europäische Bewerbe ist eine derartige Verflechtung zusätzlich schwierig. Was sollte er da bei der EFAF genau abrechnen? Etwa einen Wenig-Teilnahme-Bonus?

Es gibt genügend Dinge, die man Huber und dem Board durchaus vorwerfen kann. Neben der Austrittsprobleme Hollands, darf man sicher hinterfragen, ob die Verwendung von Disziplinarkomissionen und ähnlichen Mätzchen als Disziplinierungsversuche wirklich notwendig sind. Gerade diese Vorgänge gießen Öl ins Feuer und geben den Gegnern Munition in die Hand. Eigentlich unnötig. Hätte man diese Versuche mit einem müden Lächeln quittiert und einer demokratischen Prüfung unterzogen, dann hätten sie sich wahrscheinlich bereits in Luft aufgelöst.

Zusätzlich muss man sich den Vorwurf gefallen lassen, dass die Statuten tatsächlich schlecht sind.

Es wäre schön gewesen, hätte das Board diesen Umstand rechtzeitig erkannt. Leider ist es im Umfeld von Robert Huber gar nicht so leicht zu den gerade gültigen Statuten zu kommen. Sind diese – wie zB beim AFBÖ – für jedermann downloadbar, dann geben die Mitglieder auch hin und wieder Feedback für notwendige Änderungen (schlußendlich wollen ja alle etwas für Football machen). Wird diese aber – wie bei der EFAF – versteckt, dann herrscht immer ein etwas unklares Bild, das wiederum zu Verschwörungstheorien usw. führt.

Verbände und ihre Statuten leben. Wie in allen anderen Verbänden auch, entwickelt sich die Praxis aber mit der Erlassung neuer Statuten kontinuierlich von diesen weg. Irgendwann wird die Differenz so groß, dass es zu Problemen kommt, womit normalerweise auch eine Neufassung notwendig wird. Diesen Zyklus hat man in der EFAF nicht gut genug beachtet und jetzt eine veritable Pattsituation, bei der man keine Sitzung mehr anfangen kann, da man nicht einmal bis zur Tagesordnung kommt.

Diese Pattsituation muss jetzt gelöst werden, damit überhaupt wieder eine Generalversammlung ins Laufen gebracht werden kann. Dazu ist eine einstimmige Lösung der Agenda, Stimmverhältnisse usw. Grundvoraussetzung.

Die Verfasserin des Artikels – Frau Anja Perkuhn – hat aber e-mail-Kontakt mit einer weiteren schillernden Persönlichkeit: Ulrich Kramer. Im Gegensatz zu dem Artikel in der Süddeutschen Zeitung, in dem er als Meister Proper gegen den Filz kämpft, ist er in Budapest vollkommen profillos geblieben. Weder heroische Ansagen noch kämpferisches Gehabe. Wenn Robert Huber Gedächtnissprotokolle zu den bisherigen Aktionen von Kramer bei deutschen Teams versendet, ist das zwar genau das was seine Gegner an ihm nicht leiden können, von vornherein falsch – wie zwischen den Zeilen in der Süddeutschen angedeutet – sind diese Vorwürfe aber auch nicht. Da passt es ausgezeichnet ins Bild, dass Frau Perkuhn sich nach erscheinen des zweiten Artikels bei Hr. Kramer persönlich dafür entschuldigt, dass der Artikel nicht prominenter platziert wurde. Ein Schelm, wer da Böses vermutet…

Über Ulrich Kramer findet man nicht sehr viel “objektives” Material im Internet. Das grundsätzlich auch immer wieder Huber kritische footballforum.de – das aber angeblich einen personellen AFVD Hintergund hat – lässt kein gutes Haar an ihm. Daher bleibt einem fast nichts über, als sein Lieblingsprojekt anzusehen, dessen Webauftritt er wohl mitverantwortet: die XFLA.

Es ist eine Indoor Liga, die eine Professionalisierung von Football erreichen will. Das ist grundsätzlich kein schlechter Plan, etwas mehr Professionalität würde wirklich nicht schaden.

Ob diese Liga dazu einen Beitrag leisten kann, möge jeder selbst entscheiden. Für alle, die nicht soviel Zeit haben, gibt es hier – so unfair es an sich ist Dinge aus dem Zusammenhang zu reißen – einen Auszug aus einem Artikel zur Gründung der Pharaos London:

“Nach Malmö und Mailand ignoriert jetzt ein weiterer Teamname Deutschland und gewichtet diesmal Grossbritannien: Pharaohs London. Mehr und mehr wird deutlich, dass diese Idee einer Liga mehr mit Finanzen, als mit Sport zu schaffen hat. Ja, es geht um Events, um Unterhaltung – American Football scheint immer mehr nur das sportliche Vehikel zu sein. Austauschbar sind die Standorte geworden. Ist das Rätselraten vielleicht Absicht?

Sicher ist: Malmö und Schweden steht für soziales Engagement. Hamburg für Medien. Düsseldorf und Mailand für Mode. London für Finanzen. Überall riecht es nach Geld, aber nicht nach Schweiss und Sport. Wo werden die anderen beiden Team-Standorte etabliert? Wohl weniger in Braunschweig und Kiel, sondern wohl eher in Luxembourg und Madrid – oder ganz woanders? Wieso kann es sich die Projektgesellschaft leisten, die so genannten etablierten Vereins- und Sport-Strukturen einfach zu ignorieren? Warum wurde der Projektentwickler herausgekauft, warum existieren die SpinOffs auch ohne die Liga und weshalb gibt es keine PR-Politik der neuen Eigentümer? Wir werden diese Fragen beantworten. Wenn wir es wollen. Wann wir es wollen.” Quelle XFLA

Alles klar?

 

 

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